IBA'27
Internationale Bauausstellungen (IBA) sind ein Instrument der Stadtplanung und des Städtebaus. Als Labore auf Zeit entwickeln sie soziale, kulturelle, ökonomische und ökologische Innovationen für den städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wandel in der jeweils ausrichtenden Region – wie auch als Vorbild für andere Regionen. In den mehr als hundert Jahren ihrer Geschichte haben sie sich zu einem international anerkannten Markenzeichen der Stadtplanung entwickelt, wobei eine IBA üblicherweise zehn Jahre läuft. Im Abschlussjahr werden dann die Projekte der internationalen Öffentlichkeit präsentiert.
Für die bevorstehende IBA’27 können sich Kommunen, Initiativen, Unternehmen und private Träger aus der Stadtregion Stuttgart seit Oktober 2018 mit ihren Vorhaben für die Aufnahme in das IBA‐Netz bewerben. Darin werden alle interessanten Projekte zunächst gesammelt.
Die IBA’27 wird gesteuert von der IBA 2027 StadtRegion Stuttgart GmbH. Gesellschafter sind die Landeshauptstadt Stuttgart, der Verband Region Stuttgart und die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH, die Architektenkammer Baden‐Württemberg sowie die Universität Stuttgart.
Rahmenplan QWB
Rahmenplan QBW
Mit Beschluss vom 21.03.2024 hat der Gemeinderat den Rahmenplan zum Quartier Backnang West inklusive Mobilitätsstrategie beschlossen.
01_QBW_Rahmenplan_Dokumentation (PDF, 30,196 MB)
02_QBW_Rahmenplan_Plän (PDF, 20,072 MB)
03_QBW_Mobilitätsstrategie_mit Anhang (PDF, 46,432 MB)
Präsentation Teleinternetcafé Rahmenplan Vortrag ATU vom 14.03.2024 (PDF, 83,826 MB)
Präsentation Buro Happold Mobilitätsstrategie Vortrag ATU vom 14.03.2024 (PDF, 4,757 MB)
Der Rahmenplan bildet das räumliche und strategische Gerüst zur Transformation des Quartiers Backnang West. Aus ihm werden die Rahmenbedingungen zur Entwicklung abgeleitet, die Grundlage der Bauleitplanung und nachfolgenden von Hochbauwettbewerben sind. Das übergeordnete Ziel des Rahmenplans ist es, ein nutzungsgemischtes Quartier urbaner Dichte zu schaffen. Anknüpfend an bestehende Strukturen der ehemals industriellen Nutzung soll ein Teil der Bestandsgebäude erhalten und umgenutzt sowie im Sinne der produktiven Stadt mit innovativen Typologien für Arbeiten und Wohnen ergänzt werden. Derzeit versiegelte Flächen sollen im Zuge der Quartiersentwicklung zu qualitätsvollen privaten und öffentlichen Freiräumen transformiert werden. Insbesondere entlang der Murr sollen dabei hochwertige öffentliche Grün- und Freiflächen sowie Wegeverbindungen entstehen. Diese übernehmen zusätzlich die Funktion des Hochwasserschutzes für das Quartier und sie bieten vielfältige Aufenthaltsorte im öffentlichen Raum. Durch neu geschaffene Wegebeziehungen – insbesondere zur Innenstadt und zum Bahnhof – sowie durch die gezielte Stärkung des Fuß- und Radverkehrs, sollen alle Alltagsfunktionen vom Quartier aus in 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sein. Die Realisierung des ca. 17 Hektar großen Gebiets soll in Schritten umgesetzt werden. Der Rahmenplan sieht eine stufenweise Umsetzung in einem Zeitraum von 25-30 Jahren vor, die aber maßgeblich von der Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer abhängt. Grundvoraussetzung für die Realisierbarkeit des Rahmenplans, ist die Herstellung des Hochwasserschutzes an der Murr.
Im Zusammenhang mit der Erstellung des Rahmenplans wurde für das Quartier Backnang West eine Mobilitätsstrategie entwickelt. Diese soll einen Weg in die Zukunft weisen und aktiv beschreiten. Die städtebauliche Rahmenplanung soll als Blaupause für eine moderne Quartiersentwicklung dienen können und gleichzeitig Flexibilität für eine modulare Umsetzung sowie fortlaufende Anpassungsfähigkeit bieten. Die Mobilitätsstrategie begleitet, informiert und reflektiert die städtebauliche Rahmenplanung in Hinblick auf den Themenkomplex Mobilität und Erschließung. Es soll ein Mobilitätssystem konzipiert werden, welches kurzfristig robust und gleichzeitig langfristig zukunftsweisend sowie flexibel weiter zu entwickeln ist.
Indem sie das bestehende Gebäude auf seine Tragstruktur zurückführen und von störenden Ein- und Zwischenbauten befreien, legen die Architekten eine robuste Struktur für künftige gewerbliche Nutzungen im Bestand frei. Ergänzt wird das Haus um eine zweigeschossige Aufstockung, die – um 90 Grad gedreht – auf das oberste Geschoss gelegt wird und Wohnungen aufnehmen kann. Die künftigen Bewohner:innen haben Ausblicke auf das Wasser, aber auch zur Innenstadt Backnangs. Zusätzlich kann das Gebäude erweitert werden. Dafür schlagen die Architekten einen neuen Kopfbau nach Osten vor. Dieser kann mit einer Höhe von sieben Geschossen einen bis weit in die Stadt sichtbaren Auftakt im Quartier bilden.
Die Mobilitätsstrategie verfolgt fünf wesentliche Zielstellungen für das Quartier Backnang West:
- Die Nutzenden des Quartiers profitieren von vielfältigen Mobilitätsoptionen, ohne an einzelne Verkehrsträger gebunden zu sein.
- Die rahmengebenden Strukturen fördern gezielt den Umweltverbund (Fuß- und Radverkehr, ÖPNV).
- Die Entwicklung erschließungsbezogener Infrastrukturen folgt dem Leitmotiv der IBA‘27, eines sparsamen Umgangs mit Ressourcen.
- Das quartiersbezogene Kfz-Verkehrsaufkommen ist deutlich geringer als im Falle einer Quartiersentwicklung ohne strategische Lenkungsansätze, wodurch auch die Kfz-Verkehrsbelastungen im Umfeld geringer ausfallen.
- Das Quartier Backnang West vollzieht im Bereich Mobilität eine sowohl umfeld- als auch klimaschonende Entwicklung, die zukunftsweisend ist.
Um diese Ziele zu erreichen und gleichzeitig den heutigen Strukturen sowie den Interessen der Eigentümer gerecht zu werden, beschreibt die Mobilitätsstrategie einen phasierten Entwicklungsansatz, der sowohl kurzfristig tragfähig als auch langfristig ambitioniert ist. Die Mobilitätsstrategie entwirft hierfür eine push&pull-Strategie, die im Sinne der Zielstellung einerseits negativen Ausprägung des Verkehrssystems entgegengewirkt (push) und andererseits positive Ausprägungen des Verkehrssystems fördert.
Bildnachweis Kopfbereich: IBA’27 / Idee, Konzept, Design: L2M3/Pentagram / Illustration: Max Guther